Webinar

Glyphosat in unseren Gewässern – nicht nur aus der Landwirtschaft

Das Herbizid Glyphosat kommt in fast allen unseren Oberflächengewässern vor. Seine Quelle schien immer klar: Es wird eingetragen nach Ausbringungen in landwirtschaftlichen Flächen, entlang von Bahnlinien oder aus kommunalen und privaten Anwendungen in Städten. Doch ein genauerer Blick in die Glyphosatdaten aus den behördlichen Monitoringprogrammen zeigt über Jahre Eintragsmuster, die nicht zu einer Herbizidanwendung passen, sondern einen dauerhaften und gleichmäßigen Eintrag über das gesamte Jahr nahelegen. Der Vortrag möchte die durch diese Befunde notwendige Suche nach einer bisher übersehenen Quelle für Glyphosat aufzeigen.

Ausgehend von unseren Gewässern geht die Suche in Kläranlagen und von dort in unsere Haushalte und viele Industriezweige. Überall dort wird ein strukturell verwandter Stoff mit dem Kurznamen DTPMP eingesetzt, unter anderem in gängigen Haushaltswaschmitteln, aber auch in der Lebensmittelprodukten, in Kosmetik, Textil- und Papierindustrie bis hin zur Trinkwassergewinnung. Dieser Stoff wird teilweise im Abwasser umgesetzt. Unten den Abbauprodukten zeigt sich tatsächlich Glyphosat. Dieser Eintragspfad macht viele Gewässerdaten erklärbar. Dies erlaubt es, neue Wege aufzeigen, die Glyphosatbelastung in unseren Gewässern zu verringern.