Projekt-Update 09.06.2026 – Die Weichen für „Grazing4Future“ sind gestellt!
Hinter den Kulissen von „Grazing4Future“ hat sich in den letzten Wochen einiges getan – die Rahmenbedingungen für einen erfolgreichen Projektstart sind erfüllt!
Das sind die wichtigsten Meilensteine zum Auftakt:
- Verträge unterzeichnet & das Team ist komplett: Die Projektstellen konnten erfolgreich besetzt werden.
- (Eine kurze Vorstellung des Teams folgt in Kürze an dieser Stelle!)
- Auftakt geglückt: Am 1. Juni startete das Projekt mit einer motivierenden Online-Session, in der bereits der erste Arbeitsabschnitt abgestimmt wurde. Im Juli folgt das Kick-off-Meeting vor Ort auf dem Biohof im Osterzgebirge.
- Bereit für die Praxis: Auf dem Biohof zur Steinbrückmühle wurden bereits die ersten Vorbereitungen getroffen. Im täglichen Weidemanagement zeigen sich schon jetzt viele spannende Ansätze, bei denen die geplanten virtuellen Zäune in Zukunft eine echte Unterstützung bieten können.
Das gesamte Team ist hochmotiviert und bereit, die Digitalisierung auf die Weide zu bringen. Die Zukunft der sächsischen Weidewirtschaft nimmt Fahrt auf!
Verpassen Sie keine Meilensteine – wir halten Sie hier regelmäßig über die nächsten Schritte auf dem Laufenden.
Background
Die Beweidung von Dauergrünland ist eine zentrale Grundlage für den Erhalt artenreicher Kulturlandschaften, die Bereitstellung wichtiger Ökosystemleistungen sowie eine gesellschaftlich akzeptierte Form der Tierhaltung. Besonders in Mittelgebirgsregionen wie dem Osterzgebirge steht diese Form der Bewirtschaftung jedoch zunehmend unter Druck. Hohe Arbeitsbelastung, beispielsweise durch Zaunbau und Tierkontrollen auf schwer zugänglichen Flächen, trifft auf eine oft geringe Wirtschaftlichkeit der Weidehaltung. In der Folge nimmt die Weidehaltung ab, wertvolle Grünlandflächen verbuschen und Biodiversität geht verloren. Vor diesem Hintergrund besteht ein dringender Bedarf an innovativen Ansätzen wie Smart Farming auf dem Grünland, die ökologische und ökonomische Anforderungen gleichermaßen berücksichtigen.
Idee
Grazing4Future verbindet modernste digitale Technologien mit den Anforderungen einer zukunftsfähigen Landwirtschaft. Im Fokus steht dabei der Einsatz von Virtual Fencing (virtuelle Zäune) – eine wegweisende, GPS-basierte Technologie, die das Herdenmanagement revolutioniert und Tiere ganz ohne physische Zäune sicher lenkt.
Dadurch entsteht eine flexible, effiziente und gleichzeitig tierwohlgerechte Weidehaltung, die Arbeitsabläufe spürbar entlastet.
Ein ganzheitlicher Ansatz für Landwirtschaft und Naturschutz
Die Vision von Grazing4Future geht weit über die rein technische Anwendung hinaus. Entwickelt wird ein ganzheitliches System, das die wichtigsten Säulen moderner Agrarwirtschaft verbindet:
- Effizienz für Betriebe: Reduzierung von Arbeitszeit und Kosten für den Zaunbau.
- Erfolg für den Naturschutz: Gezielte, flexible Beweidung zur Förderung der Biodiversität.
- Gerechtigkeit für die Gesellschaft: Transparente Tierhaltung, die höchste Standards beim Tierwohl erfüllt.
Lösung
Entwickelt und erprobt wird ein wegweisendes Weidemanagementsystem auf Basis von Virtual Fencing für Rinder und Schafe. Unter realen Praxisbedingungen entsteht eine digitale Lösung, die den täglichen Arbeitsaufwand spürbar reduziert und völlig neue Wege in der Flächenbewirtschaftung eröffnet.
Die Vorteile des Systems auf einen Blick:
- Flexibles Weidemanagement: Dynamische Anpassung der Weideflächen an den aktuellen Aufwuchs.
- Gezielter Naturschutz: Müheloses, temporäres Auszäunen sensibler Bereiche (z. B. Biotopschutz).
- Optimierte Tierüberwachung: Mehr Sicherheit und bessere Kontrolle der Herde durch GPS-gestützte Daten.
Ganzheitlich gedacht: Die Technologie wird nicht isoliert betrachtet, sondern direkt mit betriebswirtschaftlichen, ökologischen und tierethischen Fragestellungen verknüpft, um eine nahtlose Integration in bestehende Betriebe zu garantieren.
Methodik
Grazing4Future setzt auf einen partizipativen Forschungsansatz, der Wissenschaft und Praxis von Anfang an zusammenbringt. In einem starken Akteursnetzwerk aus Landwirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Naturschutz werden Herausforderungen analysiert und Lösungen direkt auf einem Pilotbetrieb im Osterzgebirge umgesetzt.
Die drei Säulen unserer Begleitforschung:
- Mensch & Tier im Fokus: Trainingsversuche zur tiergerechten Anwendung der Technologie sowie umfassende wissenschaftliche Untersuchungen zu Tierverhalten, Tiergesundheit und Tierleistung.
- Ökologie & Ertrag: Detaillierte Analysen zu Grünlandertrag, Futterqualität und den positiven Effekten auf die Biodiversität.
- Wirtschaftlichkeit: Genaue Bewertung der Arbeitswirtschaftlichkeit, um sicherzustellen, dass sich das System für landwirtschaftliche Betriebe auch finanziell lohnt.
Erwartete Ergebnisse
Das Projekt liefert die datenbasierte Grundlage für die Zukunft der digital unterstützten Landnutzungssysteme in Deutschland.
- Handlungsempfehlungen für Betriebe: Konkrete Leitfäden für den effizienten und tierwohlgerechten Einsatz von Virtual Fencing.
- Wissenschaftlicher Mehrwert: Neue Meilensteine bei der Erforschung von Ökosystemleistungen, Tierverhalten und der Rentabilität moderner Weidewirtschaft.
- Zukunft der Weidehaltung: Steigerung der Attraktivität des Berufsbildes, langfristige Sicherung von Dauergrünland und Stärkung der gesellschaftlichen Akzeptanz.
Wegbereiter für den Systemwechsel
Das Projekt leistet einen entscheidenden Beitrag zur Vorbereitung einer breiteren rechtlichen Zulassung dieser Technologie in Deutschland. Damit setzt Grazing4Future ein zentrales Zeichen bei der Weiterentwicklung zukunftsfähiger Agrarsysteme – vollkommen im Sinne der übergeordneten LAND.VISION-Strategie.