Background
Die Landwirtschaft in der LAND.VISION-Region steht vor einem zunehmenden Fach- und Arbeitskräftemangel, der mit klassischen Rekrutierungswegen nicht mehr gedeckt werden kann. Gleichzeitig existieren bislang wenig erschlossene Potenziale bei Jugendlichen ohne Schulabschluss sowie bei Geflüchteten und Menschen mit Migrationshintergrund. Diese Gruppen stoßen jedoch auf fachliche, sprachliche und soziale Hürden beim Einstieg in den Arbeitsmarkt. Betriebe sind aufgrund knapper personeller Ressourcen kaum in der Lage, aufwendige Einarbeitungsprozesse zu leisten. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit neuer Ansätze zur Arbeitskräftegewinnung und -integration.
Idee
Das Projekt AgrarJob-Pilot verfolgt die Idee, neue Zielgruppen systematisch für landwirtschaftliche Tätigkeiten zu erschließen und nachhaltig zu integrieren. Im Zentrum steht ein vermittlungsbasierter Ansatz über den Maschinenring, der die Bedarfe von Betrieben und potenziellen Arbeitskräften zusammenführt. Dabei werden sowohl fachliche als auch sozialpädagogische Aspekte berücksichtigt. Ergänzend soll Digitalisierung genutzt werden, um niedrigschwellige Zugänge zu schaffen und Lernprozesse zu unterstützen. Ziel ist ein ganzheitliches System, das über klassische Personalvermittlung hinausgeht.
Lösung
Die Lösung besteht in einem modularen Maßnahmenpaket aus individueller Kompetenzanalyse, praxisnahen Qualifizierungsangeboten und begleitender Betreuung. Zentrale Bausteine sind Praktika, Präsenzkurse sowie digitale Lernmodule, die flexibel und mehrsprachig gestaltet sind. Eine digitale Plattform unterstützt Recruiting, Onboarding und Teilnehmermanagement. Sozialpädagogische Begleitung hilft, persönliche und soziale Hürden abzubauen und die Integration zu stabilisieren. Ergänzend werden Leitfäden und Open Educational Resources entwickelt, die eine Übertragbarkeit ermöglichen.
Methodik
Das Projekt basiert auf einer engen Zusammenarbeit zwischen landwirtschaftlicher Praxis, Sozialpädagogik und Digitalisierungspartnern. Der Maschinenring übernimmt die Vermittlung und Netzwerkbildung, während Bedarfsanalysen auf beiden Seiten durchgeführt werden. Auf dieser Grundlage werden passgenaue Maßnahmen entwickelt, prototypisch erprobt und kontinuierlich angepasst. Die Wirkung wird anhand definierter Erfolgsstufen (Interesse, Vertragsabschluss, erfolgreiche Probezeit) evaluiert. Ein iterativer Verbesserungsprozess stellt sicher, dass Erkenntnisse laufend in die Weiterentwicklung einfließen.
Erwartete Ergebnisse
Erwartet wird ein übertragbarer Handlungsleitfaden zur Integration neuer Arbeitskräfte in die Landwirtschaft. Zudem entstehen digitale Lernangebote, Tools für Teilnehmermanagement sowie strukturierte Recruiting- und Onboardingprozesse. Für die Region bedeutet das eine Stabilisierung der Arbeitskräftebasis und eine stärkere regionale Wertschöpfung. Betriebe profitieren von entlastetem Fachpersonal und verbesserten Innovationsmöglichkeiten. Langfristig kann das Modell auch auf andere Regionen und Branchen mit Arbeitskräftemangel übertragen werden.