Umweltzentrum (UZ) Dresden e.V.

Forschungseinrichtung/Hochschule

Adresse

Schützengasse 16-18
01067 Dresden

Ansprechpartner

Thomas Schindhelm
0351 4943500

Tätigkeitsfelder

Forschung

Projekte

Regionale Wertschöpfung durch mobile Verarbeitung von Hülsenfrüchten

Hülsenfrüchte wie Erbsen, Bohnen oder Lupinen sind echte Alleskönner: Sie verbessern die Bodenfruchtbarkeit, fördern die Biodiversität und binden wertvollen Stickstoff im Boden. Doch der regionale Anbau scheitert oft an fehlenden Verarbeitungsstrukturen vor Ort und langen Transportwegen zu zentralen Großhändlern. Das Innovationsprojekt LeguMob schließt diese strukturelle Lücke. In Zusammenarbeit zwischen dem Umweltzentrum (UZ) Dresden e.V. und dem Fraunhofer-Zentrum ISI wird eine mobile Verarbeitungseinheit entwickelt, die zentrale Prozessschritte direkt in die Region bringt und landwirtschaftliche Betriebe unabhängiger macht.

Die Herausforderung – Lange Transportwege und fehlende Verarbeitungsstrukturen

Derzeit ist die Verarbeitung und Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte stark zentralisiert. In der Projektregion fehlen bisher nahegelegene Möglichkeiten für entscheidende Prozessschritte wie die Wärmebehandlung und die Ölpressung von Leguminosen. Ohne durchgehende Wertschöpfungsketten vom Feld bis zum Handel bleibt der Anbau für viele Betriebe wirtschaftlich unattraktiv. Es besteht eine strukturelle Lücke zwischen dem Anbau, der Verarbeitung und der Vermarktung, die die Etablierung regionaler Kreisläufe ausbremst.

Die Idee – Eine mobile Kompaktanlage für maximale Flexibilität

Die Vision von LeguMob ist es, die Verarbeitung direkt dorthin zu bringen, wo die Rohstoffe wachsen. Das Projekt setzt auf ein flexibles, gemeinschaftliches Konzept:

  • Mobile Kompaktverarbeitung: Eine mobile Einheit steuert einen oder mehrere regionale Stützpunkte an, wodurch landwirtschaftliche Betriebe neue, flexible Absatz- und Vertriebswege erschließen können.
  • Starkes Netzwerk: Es wird ein tragfähiges Netzwerk aus Erzeuger:innen, Verarbeiter:innen und Abnehmer:innen aufgebaut, um die gesamte Wertschöpfungskette regional abzubilden.
  • Gemeinschaftlicher Betrieb & Digitalisierung: Die Anlage soll im optimalen Fall gemeinschaftlich organisiert werden. Dafür werden im Projekt passende Beteiligungsformate, Geschäftsmodelle sowie eine digitale Plattform zur Auslastungsplanung und Vernetzung von Angebot und Nachfrage entwickelt.

Der Weg zur Lösung – Technische Entwicklung trifft auf tragfähige Geschäftsmodelle

Um die Wertschöpfung unmittelbar vor Ort zu generieren und Transportaufwände zu reduzieren, kombiniert das Projekt technische Entwicklung, präzise Marktanalysen und innovative Geschäftsmodellentwicklung. Zu Beginn werden die regionalen Anbaupotenziale und Bedarfe untersucht, um die mobile Einheit für Schritte wie Reinigung, Sortierung, Wärmebehandlung und Ölpressung technisch und logistisch perfekt zu konzipieren. Die wissenschaftlich begleitete Entwicklung von Finanzierungs- und Betreiberstrukturen mündet in eine praktische Pilotphase: Gemeinsam mit Praxispartner:innen wird die Anlage im Testbetrieb erprobt und optimiert, während Workshops und Befragungen die Akzeptanz und Beteiligungsbereitschaft der Akteure analysieren.

Nachhaltig, unabhängig, regional – Das bringt LeguMob

Das Ziel von LeguMob ist die Etablierung einer funktionierenden, regionalen Wertschöpfungskette für Hülsenfrüchte, die neue Marktchancen in der Humanernährung und Tierfütterung eröffnet. Die erwarteten Effekte für die Region:

  • Wirtschaftliche Stärkung: Regionale Wirtschaftskreisläufe werden gefördert, Arbeitsplätze geschaffen und die Abhängigkeit von externen Großmärkten sinkt durch eine dauerhafte Betreibergesellschaft.
  • Vorteile für die Natur: Der gesteigerte Anbau von Leguminosen wirkt sich positiv auf den Klimaschutz, die Biodiversität und die Bodenfruchtbarkeit aus.
  • Blaupause für andere Regionen: Die Ergebnisse werden so aufbereitet, dass das Konzept als skalierbares, übertragbares Modell für weitere Regionen innerhalb und außerhalb von LAND.VISION dienen kann.